Archive for the 'Geschmacksache' Category

Der neue fette Bundesadler

Dezember 21, 2009

Aus 8 Teilnehmern ist Büro Uebele als Gewinner hervorgegangen. Dass der alte Adler eine kleine Auffrischung nötig hatte, bestreitet sicher keiner aber das Ergebnis ist doch mehr als unschön. Dick ist er geworden und die Brust sieht eher nach Gänsehaut als nach Federflaum aus. Auch wenn die Reduktion gerade der problemloseren Skalierbarkeit zugute kam, wirkt das Gesamtbild durch die massiven Flügelfedern nun klobiger als vorher (obwohl die Körperform grob die gleiche geblieben ist).

Büro Uebele über die Bildmarke:

die schwarze lininenzeichnung über der flächigen silbernen form zeigt die zweidimensionale form des studio laies, die nach dem dreidimensionalen relief von gies gefertigt wurde. die sehr fein ausdifferenzierte strichführung in den brustfedern und die zwei lagen des gefieders der schwingen des bestehenden adlers lassen sich beim druck nur schlecht wiedergeben. in der verkleinerung werden die binnenräume so eng, dass die klarheit der form darunter leidet. der neue adler ist einfacher gestaltet: das gefieder ist auf eine lage reduziert und die binnenlinien sind dicker gezeichnet, um den drucktechnischen und hinterleuchtenden anwendungen gerecht zu werden. die schnabelendung ist durch einen kleinen radius freundlich gezeichnet. alle teile der figur weisen ähnliche radien und formenmerkmale auf. die details beschreiben knapp aber präzise einen adler, ohne sich in einer naturalistischen erzählform zu verlieren.

er zeigt eine balance zwischen staatlicher souveränität und bürgerlicher einfachheit. er ist ein selbverständliches zeichen unserer poltischen kultur. es ist eine selbstverständliche weiterentwicklung und ein zeitgemäßes zeichen für den deutschen bundestag. für blindprägungen und kleine anwendungen – beispielsweise für visitenkarten – stellt eine veränderte zeichnung die gute wiedergabe im druck sicher. bei ihr ist die binnenzeichnung dicker und das auge vergrößert und in der lage verändert, die schnabellinie entfällt, da sie in dieser größe die gesamtform stören würde. das sympathische wappentier, das symbol des bundestags, das generationen von bundesbürgern bereits kennen, muss kommunizieren, dass der staat spricht: hoheitlich, aber nicht hoch oder von oben herab. es spricht der vertreter des volkes – und das mit der entsprechenden souveränität und seriosität. das wappentier kommuniziert, dass der deutsche bundestag nicht irgendein unternehmen ist, sondern im besten sinne staat. der bundestag ist nicht den marktwirtschaftlichen und markentypischen gesetzen verpflichtet, sondern allen bürgern, die ihn wählen. dieses verfassungsorgan darf sich mit einem staatlichen zeichen schmücken. der bundestagsadler und der bundesadler sind eindeutig deutsche und deutlich staatliche zeichen. sie haben vielfache ausformungen auf münzen und flaggen und verweisen aufeinander.

Büro Uebele | via Slanted

Warum Tauben sich nicht auf Rasierklingen setzen sollten…

Dezember 14, 2009

Danke Nicole!

via scaryideas.com

Trajan – eine Schrift infiltriert Hollywood

November 27, 2009

Seit einiger Zeit breitet sich in der amerikanischen Filmindustrie der Gebrauch einer Schriftart aus: Trajan. Überall!

via Filmkunst

You eat what you touch

November 8, 2009

Schon etwas älter, aber eben erst entdeckt – die lustigste Idee Handwaschseife zu verkaufen, die ich bisher gesehen habe… Fingerlicking good!

lifebuoyads01
lifebuoyads03

via Dark Roasted Blend

Schnecken verpackt in ihren eigenen Exkrementen

November 6, 2009

Umweltfreundlicher geht es wirklich nicht mehr… aber will man das? Manuel Jouvin hat eine extravagante neue Verpackung für gekochte Schnecken entwickelt: ihren eigenen Kot. Das Material erinnert zumindest optisch noch an Eierkarton. Inhaltlich wurde der Papierbestandteil, wenn ich das richtig verstanden habe, durch farbige Schneckenkacke ersetzt.

schnecke1

schnecke2

Hoffentlich breitet sich diese Idee nicht auf andere Produkte aus. Da werde ich doch lieber Vegetarier bevor ich meine Steaks unter solchen Umständen kaufen muss. Verrückte Welt.

Mehr Informationen auf der Seite von Manuel Jouvin.

via The Dieline

McDonalds klebt die labrigen Pommes jetzt auf Plakate

November 5, 2009

Wie kann man WiFi-Balken als Fastfood-Kette am Besten darstellen? Klar, mit den knatschig weichen Pommes! Grundsätzlich eine schöne Idee aber gleichzeitig ein Eigentor. Good job!

Wi-Fries.preview

via Ads of the World

Smart – tougher than it looks

November 5, 2009

Ich wundere mich nach wie vor, dass es der Smart überhaupt nach Amerika geschafft hat. Dort kämpft er allerdings immernoch gegen Vorurteile (Sicherheit) und stößt optisch nicht auf Wohlgefallen. Für so einen Zwerg ist es sichtlich schwierig in einem Land der sprittfressenden Goliaths zu bestehen.

Ich hatte vor einer Weile mal eine Unterhaltung mit einem Amerikaner, der seinem Sohn damit gedroht hat, dass er nach Abschluss des Colleges „nur“ einen Smart bekommt. Sollte er besser abschneiden, darf er aber gerne ein richtiges Auto haben. Diese Motivation zieht anscheinend wunderbar.

Die gerade in Amerika angelaufene Kampagne läuft unter dem Claim „tougher than it looks“. Die Message ist sofort klar und passt zu dem technischen und verspielten Image, das die kleine Schüssel mit sich bringt. Ob mit Stahlrahmen verstärkte Luftballons, Eier und Marshmallows die Amis zum Umdenken bringen?

via Ads of the World

Tja – das nenn ich nen „Flyer“

November 2, 2009

Durchgeknallt und abgehoben würd ich diese „flüchtige“ Idee vom Eichbornverlag nennen, der auf der Buchmesse Frankfurt dieses Jahr zum Einsatz kam. Sehr innovativ wenn sich dir ein Flyer auf die Schulter setzt – oder? Saubere Arbeit mit ner leicht bitteren Note von Tierquälerei…
Ists das wert!? Was denkt ihr!?